Asylentscheidung

Es gibt verschiedene denkbare Ausgänge eines Asylverfahrens. Mit dem Antrag auf Asyl wird gleichzeitig geprüft ob dem Betroffenen, bei Ablehnung von Asyl, Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder Subsidiärer Schutz gewährt werden kann. Je nach Entscheidung durch das Bundesamt variieren die daraus folgenden Perspektiven und Lebensbedingungen der Betroffenen, denn je nach aufenthaltsrechtlichem Status unterscheiden sich die Rechte der Flüchtlinge bezüglich des Bezugs sozialer Leistungen, Arbeitserlaubnis, Familiennachzug, Wohnform etc.. Hier kann leider nicht auf die Auswirkungen der Entscheidungen bezüglich all dieser Lebensbereiche eingegangen werden. Eine sehr umfassende Information hierzu bietet z. B. der Flüchtlingsrat Niedersachsen mit einem Leitfaden für Flüchtlinge1.

Mögliche Ausgänge des Asylverfahrens:

1. Anerkennung als Asylberechtigter nach Art 16a Abs. 1 GG

* Aufenthaltserlaubnis (§25 Abs. 1 Satz 1 AufenthG)
* vorerst für drei Jahre (§ 26 Abs. 1 Satz 2 AufenthG)
* Leistungen nach SGB II und SGB XII, Arbeitserlaubnis (§ 25 Abs. 1 Satz 4 AufenthG)

2. Zuerkennung von Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention vgl. § 3 Abs. 1 AsylVfG i.V.m. § 60 Abs. 1AufenthG

* Aufenthaltserlaubnis (§ 25 Abs. 2 AufenthG)
* vorerst für drei Jahre (§ 26 Abs. 1 Satz 2 AufenthG)
* Leistungen nach SGB II und SGB XII, Arbeitserlaubnis (§ 25 Abs. 1 Satz 4 AufenthG)

3. Ablehnung des Asylantrages und des Antrages auf Zuerkennung von Flüchtlingsschutz als unbegründet oder offensichtlich unbegründet; Zuerkennung von subsidiärem Schutz nach § 60 Abs. 2, 3, 4 und 7 AufenthG

* Aufenthaltserlaubnis (§ 25 Abs. 3 AufenthG)
* vorerst für ein Jahr (§26 Abs. 1 Satz 2 AufenthG)
* unter best. Voraussetzungen Leistungen nach SGB II und SGB XII

4. Ablehnung des Asylantrages und des Antrages auf Zuerkennung von Flüchtlingsschutz als unbegründet oder offensichtlich unbegründet; Ablehnung von subsidiärem Schutz nach § 60 Abs. 2, 3, 5 und 7 AufenthG

5. Ablehnung des Asylantrages wegen Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaates (danach folgt das  „Dublinverfahren“)2

Tabea Doll

_______________________

1Flüchtlingsrat Niedersachsen: „Leitfaden für Flüchtlinge in Niedersachsen„; Zugriff am 16.10.2010.

2 In Anlehnung an Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF: „Ablauf des deutschen Asylverfahrens„; Zugriff am 16.10.2010.

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