Afrikanische Fluchtrouten

Afrikanische Fluchtrouten
Kartenmaterial: http://www.openstreetmap.org/ & http://creativecommons.org/licenses/by sa/2.0/

1. Die westafrikanische Route
Die westafrikanische Route beginnt in west- und zentralafrikanischen Ländern, führt weiter an die westafrikanische Küste und von dort auf die Kanarischen Inseln. Die kürzeste Überfahrtroute startet an der Küste zwischen Westsahara und Marokko. Von dort aus versuchten die Migranten bis zum Jahr 2005 nach Fuerteventura überzusetzen.
Aufgrund der vielen Aufgriffe verlagerte sich seit 2006 die westafrikanische Route immer weiter in Richtung Süden. Neue Transitausgangspunkte für die Überfahrt auf die Kanaren sind Küstenabschnitte in Mauretanien und Westsahara. Auch von der Küste Senegals und Gambias aus, versuchen immer mehr Migranten per Fischerboot auf eine der kanarischen Inseln zu gelangen.
In erster Linie nutzen west- und zentralafrikanische Migranten aus subsaharischen Staaten wie Mali, Niger, Ghana, Nigeria
und Kamerun die westafrikanische Route.¹

2. Die westliche Mittelmeer-Route
Die westliche Mittelmeer-Route hat ihren Ursprung in verschiedenen subsaharischen Staaten Afrikas. Vor allem der westafrikanische Staat Niger ist hier hervorzuheben.
Die Route zeichnet sich dadurch aus, dass die unterschiedlichen Startpunkte bzw. Wege der Migranten allesamt zunächst in die Stadt Agadez, einen Migrationsknotenpunkt in Zentral-Niger, führen. Grund hierfür sind die dort befindlichen Uran- und Silberminen, in denen sich die Migranten Geld für ihre geplante Weiterreise nach Nordafrika und / oder Europa erarbeiten können. Nach dem Aufenthalt in Agadez ist meistens die Stadt Tamanrasset in Süd-Algerien der nächste Anlaufpunkt.
Von Tamanrasset aus ziehen die Migranten weiter in nordwestliche Richtung nach Marokko. Auf diesem Weg ist die Stadt Ouargla eine bedeutende Wegkreuzung. Dort trifft die westliche Mittelmeer-Route auf die zentrale Mittelmeer-Route Richtung Libyen.
In Marokko angekommen haben die Migranten die Möglichkeiten per Boot nach Südspanien bzw. auf die Kanarischen Inseln überzusetzen. Auch die spanischen Städte Ceuta und Melilla sind als Exklaven der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent ein begehrtes Ziel der Migranten. Verstärkte Kontrollen an der Küste Marokkos führten dazu, dass sich der Transitausgangspunkt für die Überfahrt auf die Kanaren immer weiter in Richtung Süden verlagert.

Laut empirischen Studien stammen die meisten Migranten der westlichen Mittelmeer-Route aus Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und Kamerun.²

3. Die zentrale Mittelmeer-Route
Das Einzugsgebiet der zentralen Mittelmeer-Route ist breit gefächert. Die Migranten begeben sich von Nord-, West-, Ost- und Zentralafrika auf ihren Weg.
Auch auf dieser Route ist für Westafrika die Stadt Agadez ein zentraler Knotenpunkt für Migranten. Von dort aus versuchen einige auf direktem Weg nach Libyen zu gelangen, andere wiederum begeben sich zunächst auf die westliche Mittelmeer-Route in Richtung Ouargla und setzen von dort ihre Reise nach Libyen fort.
Im Norden Libyens versuchen die Migranten auf die italienischen Inseln Lampedusa oder Sizilien oder auf die Insel Malta überzusetzen.
Die zentrale Mittelmeer-Route wird hauptsächlich von Migranten aus den subsaharischen Staaten West- und Zentralafrikas, Ägypten, Äthiopien, Somalia, Sudan und Eritrea genutzt.³

4. Die östliche Mittelmeer-Route
Die östliche Mittelmeerroute gewinnt angesichts der Frontex-Operationen und des verstärkten Grenzschutzes westafrikanischer Staaten zunehmend an Bedeutung. Die Route beginnt in verschiedenen ostafrikanischen Ländern und führt über Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien in die Türkei. Die türkische Stadt Istanbul wird als Hauptknotenpunkt angesehen.
In der Türkei angekommen versuchen die Migranten per Boot auf eine der rund 3000 griechischen Inseln bzw. das griechische Festland überzusetzen. Die Tatsache, dass die ca. 3000 griechischen Inseln, die 14000 km langen Küsten Griechenlands sowie die 7200 km langen Küstenstreifen der Türkei nur sehr schwer zu kontrollieren sind, ist ein großer Vorteil für die Migranten der östlichen Mittelmeer-Route.
Die Hauptherkunftsländer der Migranten auf der östlichen Mittelmeer-Route sind derzeit Somalia und Eritrea.

Oliver Pohl

_____________________

1 Vergleiche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF (Hrsg.): „Vor den Toren Europas: Das Potential der Migration aus Afrika“ (5 MByte), S. 165-166.

2 Vergleiche ebd., S. 164-165.

3 Vergleiche ebd., S. 168-169.

4 Vergleiche ebd., S. 170.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Afrikanische Fluchtrouten

  1. Der ursächliche Grund für immer mehr Flüchtlingswellen und das Elend dieser Menschen ist die weltweit exponentiell ansteigende Überbevölkerung. Es werden zu viele Menschen geboren, denen dann die Lebensgrundlagen für ein menschenwürdiges Leben fehlen. Wir sollten daher endlich nachdenken und nicht noch mehr Kinder in die Welt setzen, die dann hungern oder aus ihren Heimatländern flüchten müssen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Der Mensch sollte endlich vernünftig genug sein, sein Bevölkerungswachstum einzudämmen, sonst wird er die Natur und sich selbst zerstören.
    Bitte unterschreiben Sie unsere Petition unter der weltgrössten Plattform change.org:
    http://www.change.org/de/Petitionen/weltweite-geburtenregelungen-verbindlich-einf%C3%BChren-introduce-obligatory-worldwide-birth-controls

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s