Kinder und Flucht

Die Kinderrechtskonvention wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 20. November 1989 verabschiedet und trat am 2. September 1990 in Kraft. Sie zeigt die Rechte der Kinder auf und stellt somit das wichtigste Menschenrechtsdokument für Kinder dar.

Auszug aus der Kinderrechtskonvention:1

– Artikel 33: Schutz vor Suchtstoffen

– Artikel 34: Schutz vor sexuellem Missbrauch

– Artikel 35: Maßnahmen gegen Entführung und Kinderhandel

– Artikel 36: Schutz vor sonstiger Ausbeutung

– Artikel 37: Verbot der Folter, der Todesstrafe, lebenslanger Freiheitsstrafe, Rechtsbeistandschaft

– Artikel 38: Schutz bei bewaffneten Konflikten; Einziehung zu den Streitkräften
Bisher haben alle Staaten, außer Somalia und den USA, die Kinderrechtskonvention ratifiziert.2

„Allerdings bedeutet die Tatsache der Ratifizierung nicht, dass es in den unterzeichnenden Staaten nicht noch immer massive Verletzungen der Kinderrechte gibt.“3

Kindersoldaten
„Weltweit sind internationalen Schätzungen zufolge rund 300 000 Kindersoldaten in 36 bewaffneten Konflikten im Einsatz.“4 Kinder werden von Regierungstrupps oder Rebellen verschleppt und dazu genötigt, Menschen auszurauben und zu töten. Es sind vor allem ungeschützte Kinder, wie Straßenkinder, die zum Opfer schwerer Kriegsverbrechen werden.5
Den Schützlingen werden Drogen verabreicht, um sie für grausame Taten gehörig zu machen. „Erwachsene Kämpfer können Kinder physisch und emotional einschüchtern, damit diese gefährliche Aufgaben übernehmen.“6
Kindersoldaten sind für Vorgesetze weniger wert und werden misshandelt oder sogar getötet, wenn sie die Aufgaben nicht erfüllen können oder wollen.
Unter den Kindersoldaten befinden sich auch Mädchen: „Als so genannte Soldaten- und Rebellenbräute werden sie zwangsverheiratet und als «Trostfrauen» oft jahrelang sexuell missbraucht.“7

Krieg und Bürgerkrieg
Kinder in Kriegsgebieten erleiden schwere Schicksalsschläge, auch wenn sie nicht als Kindersoldaten dienen oder gedient haben. „30 Millionen Kinder leben in Kriegsregionen. Zwei Millionen von ihnen starben in den Kriegen der letzten zehn Jahre. Sechs Millionen erlitten schwerste Verletzungen.“8

Viele dieser Kriegsopferkinder werden aus politischen, religiösen oder ethnischen Gründen verfolgt oder sehen in ihrer Heimat keine Perspektive mehr. Die Flucht, die sie antreten, ist von Hunger, Angst und gefährlichen Wegen gezeichnet, nicht wenige finden den Tod.

Familiäre Situation
In den Entwicklungsländern gibt es für Kinder die verschiedensten Gründe, die sie veranlassen, ihre Familie zu verlassen und entweder auf der Straße zu leben oder in ein anderes Land mit mehr Zukunftschancen zu flüchten. Durch die ärmlichen Verhältnisse müssen Kinder ihren Familien mit oftmals schweren Arbeiten aushelfen. Andere werden zur Heirat mit einem Jungen aus einer finanziell besser gestellten Familie gezwungen, wiederum andere zur Zwangsprostitution, um die Familie finanziell unterstützen zu können.

Auch können massive familiäre Probleme, wie sexueller Missbrauch und Gewalt, die Ursache dafür sein, warum Kinder sich für ein Leben auf der Straße entscheiden. Auch die Genitalverstümmelung ist ein sehr ernstzunehmendes Problem:

„Die Mädchenbeschneidung, die meist zwischen vier und acht Jahren stattfindet, ist zwar in den meisten islamischen Ländern staatlich untersagt, wird jedoch in etlichen Ländern wie Ägypten, Somalia, Sudan, Schwarzafrika, sowie bei den Beduinen der arabischen Halbinsel weithin praktiziert.“9

Durch die geringen Bildungs- und Zukunftschancen entscheiden sich manche Eltern dafür, ihre Kinder fortzuschicken – in der Hoffnung, dass sie ein besseres Leben finden oder auch die Familie vom Ausland aus finanziell unterstützen können.

Die Flüchtlingskinder machen auf ihrer Reise schreckliche Erfahrungen, die sie ein Leben lang begleiten. „Viele Kinder reagieren auf diese vielfältigen Belastungen mit einer Rückentwicklung bereits erworbener Fähigkeiten oder beobachtbar auffälligem Verhalten wie Aggressivität oder Rückzug.“10

In der Nacht werden sie von Alpträumen begleitet, auch Aggressionen, Angstzustände und Depressionen sind häufige Folgen der erlebten Traumata. In den Krisengebieten und Ankunftsländern brauchen die traumatisierten Kinder Einrichtungen, in denen sie vor allem in psychischer, aber auch in physischer Hinsicht betreut werden.

Marianne Klotz

_________________________

1 Vergleiche Wikipedia: „Kinderrechtskonvention“; Zugriff am 19.10.2010.

2 Vergleiche Unicef: „Kinderrechte auf internationaler Ebene“; Zugriff am 19.10.2010.

3 Anmerkung wie 1.

4 YoungCARITAS: „KINDERSOLDATEN – DARÜBER MUSS MAN SPRECHEN“; Zugriff am 19.10.2010.

5 Vergleiche ebd.

6 DRK: „Warum gibt es Kindersoldaten“; Zugriffam 19.10.2010.

7 Anmerkung wie 4.

8 Unicef: „Kinder und Krieg“; Zugriff am 19.10.2010.

9 Institut für Islamfragen: „Beschneidung“; Zugriff am 19.10.2010.

10 MünchenREFUGIO: “Flüchtlingskinder”; Zugriff am 19.10.2010.

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