(Bürger-)Krieg

Was in einem Kriegsflüchtling vorgeht, ist für die Nachkriegsgenerationen in Deutschland kaum mehr vorstellbar. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat das Glück, in einem sicheren Land aufgewachsen zu sein, in dem seit 60 Jahren Frieden herrscht – was in Mitteleuropa eine der längsten Friedensperioden seit Jahrhunderten ist.

Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung e.V. (HIIK) zählte in der 18. Ausgabe des jährlich erscheinenden Conflict Barometer für das Jahr 2009 weltweit 31 Konflikte, die mit massivem Einsatz von Gewalt ausgetragen wurden.

Sieben davon werden vom HIIK als Kriege eingestuft, das sind Kriege in Somalia, Pakistan, Sri Lanka, Afghanistan, Iran, Israel und im Yemen. An zumindest zwei dieser Kriege sind europäische Staaten unmittelbar beteiligt: Im Irak und in Afghanistan.

Am 10. August 2010 veröffentlichte DIE ZEIT auf Basis einer UN-Erhebung die Zahl der zivilen Opfer für das erste Halbjahr 2010, die im Vergleich zum Halbjahr des Vorjahres um 25% auf 1271 stieg.1
Aus ständiger Angst vor dem Tod oder um wieder ein sicheres Leben führen zu können, fliehen Kinder, Frauen und Männer aus den Krisengebieten, meist in ein sicheres Nachbarland; nur ein sehr kleiner Teil weiter nach Europa.

Im Falle Afghanistans ist das sichere Nachbarland Pakistan, das etwa 1,7 Mio. Flüchtlinge aufgenommen hat. Auch diese Flüchtlinge leiden unter den enormen Auswirkungen der Flutkatastrophe2. Kriege selbst sind nur oberflächlich zu erklären, sie entstehen aus unterschiedlichen Motiven und Spannungen, die nicht unbedingt mehr nachvollziehbar sein müssen. Militärisch unbeteiligte Staaten, müssen dabei nicht unbedingt unschuldig am Kriegsausbruch sein, wie die Stellvertreterkriege im Kalten Krieg zeigen. Und gerade weil die auslösenden Ursachen so komplex sind und damit kaum vorhersehbar, muss eine verantwortungsvolle Politik sich nicht nur für den Frieden engagieren, sondern sich auch der Kriegsopfer und Flüchtlinge annehmen, um die Grundlage für Frieden zu legen.

Simon Oschwald

__________________

1 Zeit.de online: „Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan steigt deutlich„; Zugriff am 12.10.2010.

2 Matthay Sabina auf http://www.tagesschau.de/ausland/pakistan1684.html Zugriff am 13.10.2010.

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