Glosse: Tsunami-Warnung

Der Begriff:

Tsunami (jap. 津波) ist ein japanisches Wort. „tsu“ (津) bedeutet der Hafen und „nami“ (波) die Welle. Ein Tsunami ist folglich eine Welle, die besonders in Häfen und Buchten besonders markant ausgeprägt ist und dort oft große Verwüstungen anrichtet.

Ein Tsunami entsteht infolge plötzlicher Hebung oder Senkung des Meeresbodens oder durch das Hineinstürzen oder Abrutschen großer Erdmassen ins Wasser und breitet sich als aufeinander folgende, sehr langperiodische gravitative Meereswellen über große Entfernungen hinweg aus. 

Tsunamis werden meist durch starke Erdbeben unter dem Ozeanboden angeregt. Seltener, aber oft nicht weniger gewaltig, sind Tsunamis infolge von Vulkanausbrüchen und aufgrund von untermeerischen Erdrutschen. Auch Einschläge großer kosmischer Projektile ins Meer können die Ursache für u. U. riesige Tsunamis sein; allerdings sind diese Ereignisse extrem selten.(Quelle: Wikipedia)

Die revolutionären Umwälzungen in der arabischen Welt brachten für die Menschen dort die Aussicht auf Demokratie. Ehemalige Autokraten wurden abgesetzt und durch Übergangsregierungen ersetzt, die sich um eine demokratische Verfassung bemühen sollen. Für Europa brachten die Revolutionen einige Probleme mit sich. Zunächst das Problem ob man sich am Natoeinsatz in Libyen beteiligen soll oder nicht. Die Lösung des Problems wurde mit einem „erfolgreichen“ Einsatz aber hinfällig.  Gadaffi wurde im Oktober „durch die Hände der Revolution getötet“, wie ein Sprecher der libyschen Übergangsregierung der Presse mitteilte.[1]

Ein weiteres Problem aber, rollte, aufgrund der plötzlichen Erhebungen der Bevölkerung in den arabischen Ländern, wie eine Naturkatastrophe über das Mittelmeer auf Europa zu: Ein „menschlicher Tsunami“ bestehend aus Flüchtlingen der Maghreb – Staaten und Flüchtlingen Zentralafrikas, die es noch nicht weiter geschafft haben.

Besonders hart traf es die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa im April 2011, die der Katastrophe kaum Herr werden konnte, woraufhin der italienische Regierungsschef Berlusconi die europäischen Staaten um Katastrophenhilfe bat und Solidarität mit den Worten einforderte: „Entweder ist Europa etwas Wahres und Konkretes, oder nicht?“[2]

Im Gegensatz zu den Maßnahmen bei anderen Katastrophen blieb bei dieser die Entsendung von Hilfsgütern und die Bereitstellung finanzieller Mittel aus. Ganz im Gegenteil zu üblichen Solidaritätsbekundungen wird Innenminister Friedrich mit den Worten zitiert: „Italien muss sein Flüchtlingsproblem selbst regeln!“[3]

Nach einem halben Jahr scheint der Tsunami, den die Revolutionen ausgelöst haben, überstanden zu sein, die Schäden beseitigt. Auf Lampedusa geht wieder alles seinen gewohnten Gang.

Die Europäische Union hat zur Vorsorge vor neuen Tsunamis in Kooperation mit den tunesischen und libyschen Übergangsregierungen die überfluteten Wellenbrecher wieder aufbauen können, die alten Abkommen zum Schutze Europas, die man mit den damaligen Alleinherrschern geschlossen hat, wurden in Verhandlungen entweder bestätigt oder neue Abkommen geschlossen.[4]

Inwiefern Ursachenforschung betrieben wurde lässt sich schwer sagen, die EU muss sich inzwischen stärker mit der Finanzkrise befassen. Tsunamis sind darüber hinaus schwer vorhersehbar, weshalb man sich vielleicht tatsächlich mit der Abwehr befassen sollte.

Das Programm EuroSur, dass u.a. mit hochmodernen Satellitenüberwachungssystemen arbeitet wurde als Tsunamifrühwarnsystem eingerichtet. Zusammen mit der Grenzschutzagentur Frontex und den genannten „Wellenbrecher-Abkommen“ können so zumindest die kleineren, weniger gefährlichen Flüchtlingsströme, zwar nicht verhindert, aber immerhin abgewehrt werden.

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